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Wie kommt das Yin-Yang in den Schädel?

Das mag sich so mancher von Euch gefragt haben. Heute dient das Yin Yang im westlichen Bereich hauptsächlich als modisches Acessoire, und die damit verbundene Philosophie ist den meisten Menschen erstens kein Begriff und zweitens interessiert es eh keinen.
Nun ist das Ganze bei uns ein wenig anders gelagert. Natürlich sind wir weit davon entfernt, ein Gefühl für die feineren Abstufungen der fernöstlichen Philosophie zu besitzen; genauso aber distanzieren wir uns davon, das Symbol an sich zum modischen Schnickschnack zu degradieren.
Überflüssig ist sicherlich, anzumerken, dass wir damit kein Lehrsystem und keine Ideologie verfolgen, trotzdem noch mal an dieser Stelle: Wir distanzieren uns von jedweder Ideologie und jedem Systemismus, der nicht für äußere Einflüsse offen ist. Basta.
Also, wie kommt nun das Yin Yang in den Schädel? Der Schädel ist sozusagen recht offensichtlich das Symbol für Zee Aylienz (Die Ausserirdischen). Um nun unsere Motivation zu erklären, wie denn nun dieses alte fernöstliche Symbol in diesen Zusammenhang kommt, müssen wir ein wenig ausholen.
Das Yin Yang stellt, vereinfacht gesagt, ein Diagramm dar, welches den Prozeß des Gleichgewichts beschreibt. Wenn man verstanden hat, dass Gleichgewicht nicht statisch ist, hat man schon die halbe Miete.
Anders ausgedrückt, muss Gleichgewicht immer konstruktives Ungleichgewicht bedingen und beinhalten, denn ein vollkommenes Gleichgewicht wäre Stagnation (siehe auch: REICH(1926):Charakteranalyse) und Tod. Die Harmonie zwischen den Arten des Gleichgewichts wird durch das Yin-Yang-Diagramm dargestellt. Dabei ist wichtig, zu berücksichtigen, dass das verwendete Yin Yang die zweidimensionale Darstellung eines dreidimensionalen Diagramms ist, also einen Schnitt durch eine Kugel darstellt.
Wenn wir nun festhalten, dass das Yin-Yang einen Prozess des Gleichgewichts darstellt, nähern wir uns nun einer auch sportartspezifischen Thematik, nämlich dem Finden eines Gleichgewichts auch und gerade in der Bewegung.
Harmonie in der Bewegung wird von vielen Sportlern als Flow-Erlebnis empfunden. Wir verweisen diesbezüglich auf die Untersuchungen von Cziksentmihalyi(1976), besonders in: Gabler: Motivationen im Sport. Dabei sind die Definitionen von Cziksentmihalyi zum Flow kongruent zu den Untersuchungen diverser Psychologen zum Zustand des Sartori , dem Zustand der Versenkung bzw. der gesteigerten gleichzeitigen psychischen Innenspannung und –entspannung in der fernöstlichen Philosophie des Zen (besonders: C.G.Jung in: Richard Willhelm: Das Geheimnis der Goldenen Blüte, München / Frankfurt a.M. 1992, Ingeborg Y.Wendt, in: Die Psychologie des 20.Jh) bzw. den Schilderungen von Herrigel: Zen in der Kunst des Bogenschiessens sowie Daisetz T.Suzuki: Zen in der Kultur Japans, bes.: Zen und die Samurai und Zen und der Schwert-Weg.
Für unsere Verwendung des Yin Yang ergeben sich aufgrund unserer Recherchen, vor allem aber auch aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen folgende Punkte:
1.Ein in allen Punkten harmonisches Bewegungserlebnis in einer Sportart, vor allem aber beim Mountainbiken, wird als Flow bezeichnet.
2.Flow selbst ist ein unwillkürlich empfundenes Körper- und Psyche- Erleben, bzw. ein Erleben einer empfundenen Einheit von Körper und Geist, von Bewegungsplanung und –vollzug, sowie eine erlebte Verschmelzung von Innen- und Außenwelt.
3.Die Beschreibungen von Flow und Sartori sind kongruent. (in einer weiterführenden Arbeit werden wir die genauen Zusammenhänge herleiten)
4.Sartori ist ein willentlich herbeigeführtes Phänomen, Flow ist unwillkürlich.
5.Im Zustand des Sartori ist der Meditierende zu außergewöhnlichen Leistungen fähig. (s.bes. Herrigel)
6.Im Zustand des Flow wird ein Erleben von Unverletzlichkeit bzw. der absoluten Kontrolle über Körper und Geist möglich.
7.Da Flow und Sartori in engem Zusammenhang stehen, muss über fernöstliche Techniken dieser Zusammenhang nutzbar sein, um diesen Zustand über das Mountainbiken zugänglich zu machen.
8.Somit eröffnet Mountainbiken die Möglichkeit, Sartori zu erleben. Sartori ist ein Erleben der Transzendierung üblichen Körper-Psyche-Geist-Empfindens. Der Schluß liegt demnach nahe, dass Mountainbiken auf einer höheren Ebene transzendentale (im Wortsinn) Erlebnisse möglich macht. Dabei ist zu bedenken, dass Mountainbiking nicht Zweck, sondern nur Mittel sein kann.
9.Mountainbiking ist folglich eine Möglichkeit, über die Vervollkommnung der eigenen Fähigkeiten zu einer Komponente in der Individuation (Selbstwerdung) zu gelangen.
10.Wir sehen also in der Verwendung des Yin-Yang-Symbols eine Darstellung unserer Bemühungen, im Rahmen unserer persönlichen Möglichkeiten immer besser zu werden. Die Verbesserung unserer Fähigkeiten ist dabei aber nicht allein Zweck, sondern auch Mittel. Was genau damit individuell erreicht werden will, ist dabei jedem einzelnen überlassen. Dabei ist unsere Symbolik programmatisch zu verstehen, was nicht heißt, dass jeder im Team diesem Programm auch folgen muss. Dabei sind wir gerade in diesem unseren Bemühen nicht gar so „alien“, wie es scheint, denn es gibt viele, die besser fahren als wir; was uns aber von der Masse unterscheidet, ist ein gewisses Bewusstsein für diese Inhalte.
Wie kommt es nun in den Schädel, das Yin-Yang? Was ist Mountainbiking eigentlich? Was sind Zee Aylienz? Schlussendlich muss jeder sich selbst diese Fragen stellen, und hoffentlich von den Antworten profitieren, die er sich er-findet.
Manche Fragen wird eine detailliertere, aber auch anstrengendere Arbeit, die demnächst an dieser Stelle veröffentlicht werden wird (s.o.). Dort wird der interessiertere Leser selbstverständlich auch eine detailliertere Bibliographie finden. Etwaige Ungenauigkeiten diesbezüglich an dieser Stelle bitten wir mit Hinblick auf die Kürze und den Zusammenhang dieser Arbeit zu entschuldigen.
In weiteren Arbeiten werden wir darüber hinaus auf folgende Themen eingehen:
1.Transzendentale Erlebnisse in Wald-Umgebungen (n. einer universitären Studie, mit Zitat empirischer Untersuchungsformulare und deren Interpretation)
2.Metaphysik, Mantik und Flow (unter bes. Berücksichtigung v.Hogrebe(1994, Frankfurt a. M.): Systéme Orphique de Iéna
3.T´ai Chi-Techniken, Zen,Sartori und Flow
4.Sinn und Unsinn einer Adaption fernöstlicher Psychologie: Gibt es über den Weg des Sports die Möglichkeit eines vor allem in der „Esoterik“ gern strapazierten Bergriff des „westlichen Wegs“?
5.Literaturhistorisch / Historische Betrachtung d. o.g. Wegs: Sinn und Unsinn der Adaption einer archaischen Philosophie in der postmodernen GesellschaftWas soll das Gelaber? – Diskussion über die Existenzberechtigung philosophischer Inhalte im Sport und in der unethisch / unphilosophisch konzipierten postmodernen Gesellschaft; Bezugnahme auf 1: Existenzberechtigung von psychologisch konnotierten Waldumgebungen
6.Flow und einfache Tätigkeit in der Natur
7.Pseudoreligiöse Steigerung der einfachen Tätigkeit in der Natur: Verdirb die Suppe nicht! – Interpretation der Hingabe in verschiedenen Literaturen
8.Eigene Gedichte zur Thematik

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